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Stadtforum
Ziel des Projekts
Durch eine aktive grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen der Stadtentwicklung wollen die beiden Städte Guben und Gubin zusammenwachsen. Dabei soll die räumliche und kulturelle Identität der Städte erhalten und es sollen durch die Grenzlage bedingte Nachteile überwunden werden.
Aufgabe
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die stark zerstörte Stadt Guben durch den Verlauf der deutsch-polnischen Grenze entlang der Oder und der Neiße geteilt. Im polnischen Gubin befindet sich (mit Ausnahme des historischen Rathauses) die bis heute nicht wieder aufgebaute Altstadt. Das heutige Guben, die ehemalige Industrievorstadt (heute: Altstadt Ost), ist Stadtfragment. Mit den deutsch-polnischen Verträgen von 1990 und 1991 haben Guben und Gubin eine Vereinbarung zur gegenseitigen Zusammenarbeit geschlossen. Der grenzübergreifenden städtebaulichen Zusammenarbeit kommt auf kommunaler Ebene dabei eine besonders integrative und entwicklungspolitische Bedeutung zu. In den vergangenen Jahren konnte eine Reihe von Initial-Projekten auf den Weg gebracht werden, die jedoch bisher nur in Guben umgesetzt wurden. Der Abbau von Vorurteilen und Sprachbarrieren, das Kennen lernen von Inhalten der Nachbarstadt und Planungsprozessen sind Voraussetzungen, die für das schrittweise Zusammenwachsen der beiden Städte im Rahmen einer gemeinsamen Stadtentwicklung. Die unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen und Mentalitäten, die verschiedenen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfordern dabei ein sensibles Aufeinanderzugehen und die Bereitschaft voneinander zu lernen. Konstruktive Kooperation ist hier Voraussetzung, um voneinander zu profitieren.
Umsetzung
Die bisherige projektbezogene Kooperation zwischen den Stadtverwaltungen in Guben und Gubin soll durch die Etablierung eines grenzübergreifenden Stadtentwicklungs-Managements und die gemeinsame Erarbeitung eines grenzübergreifenden integrierten Konzepts für die Stadtentwicklung institutionalisiert und verstetigt werden. Voraussetzung hierfür ist die fachliche Annäherung der beiden Stadtverwaltungen. Hierzu ist für das Pilotprojekt eine fünfköpfige länderübergreifende Arbeitsgruppe gegründet worden, die sich alle 14 Tage zu Abstimmungsterminen im grenznah gelegenen Stadtteilbüro "Infopunkt Aktives Stadtzentrum" trifft. Einmal im Monat sind Beratungen mit den beiden Bürgermeistern geplant. Darüber hinaus ist die Einbindung möglichst vieler Institutionen sowie insgesamt der Bürger Gubens und Gubins Voraussetzung. Verschiedene Bausteine werden im Rahmen des Pilotprojekts hierzu umgesetzt: Bis Ende Februar 2009 fand in Guben und Gubin zeitgleich eine Bürgerbefragung statt. Gefragt wurde nach der "eigenen" Stadt, der Nachbarstadt und der Eurostadt Guben-Gubin. Vier Stadtforen fanden jeweils wechselseitig in Guben und Gubin bis Ende 2009 statt. Mit dem Stadtforum wird ein öffentlicher Ort geschaffen, der politische und fachliche Auseinandersetzungen ermöglicht und Raum für die Entwicklung von Ideen zur Zukunft der Doppel- und Eurostadt aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und vielfältigen gesellschaftlichen Gruppen bietet. Neue Akteure für die Stadtentwicklung gilt es zu gewinnen und miteinander zu vernetzen. Grundlage für die Diskussion bilden die vorliegenden kommunalen Entwicklungskonzepte aus Guben und Gubin mit den darin enthaltenen Aussagen zu Zielen, Strategien und Schlüsselprojekten. Zwei zweisprachige Broschüren werden im Rahmen des Pilotprojekts veröffentlicht.
