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Start - Stadt - Geschichte

Wissenswertes aus der Geschichte

Neißepartie mit Stadthaus, Stadttheater und Kaffee Schönberger

Als „Stadt der Tuche und Hüte“, aber auch als eine Stadt der „Gärten und Blüten“ – so ist Guben im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts in die brandenburgische Landesgeschichte eingegangen. An beiden Ufern der Lausitzer Neiße gelegen, erlitt die Stadt während der Kämpfe im Frühjahr 1945 erhebliche Zerstörungen und musste im Ergebnis des Potsdamer Abkommens den östlichen Teil an die Republik Polen abtreten. Mit diesem Zeitpunkt begann der schwere Anfang in der verbliebenen westlichen Vorstadt, dem heutigen Guben im Bundesland Brandenburg. Mit Cottbus und Forst (Lausitz) gehörte bzw. gehört Guben zum historischen „Textildreieck“ der Niederlausitz. Die Besiedlung dieser Landschaft im Gebiet von Neiße und Spree, die von wendisch (sorbischen) Stämmen bewohnt wurde, und damit die Gründung der Stadt Guben erfolgte im Laufe des 13. Jahrhunderts. Somit kann die Stadt Guben auf eine über 750-jährige Geschichte zurückblicken. In einer Urkunde von 1235 (Original im brandenburgischen Landesarchiv Potsdam) wurde der Ansiedlung Guben (Gubin) durch Markgraf Heinrich III: (der Erlauchte) von Meißen und der Ostmark das Stadtrecht verliehen. Viele Jahrhunderte war die ummauerte Stadt mit ihren drei Toren böhmischer bzw. sächsischer Herrschaft unterstellt, bis sie im Jahre 1815 der preußischen Provinz Brandenburg angegliedert wurde. Handwerk und Handel, Weinbau und Schifffahrt waren seit den Anfängen die ökonomische Grundlage städtischen Lebens. Vermutlich durch rheinische Siedler eingeführt, spielte der Anbau von Wein in Guben und Umgebung bis in das 19. Jahrhundert hinein eine führende Rolle, auch im Export. Der Dicke Turm und Reste der alten Stadtmauer (heute Gubin)So gelangte Gubener Wein sowohl in den norddeutschen Raum, zu den Herzögen von Mecklenburg, als auch in die Gebiete des Deutschen Ordens bis hinauf nach Lettland. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts trat an die Stelle des Weinbaus der Anbau von Obst, besonders von Äpfeln, Birnen und Kirschen, der eine einmalige Vielfalt von Sorten aufzuweisen hatte. In Zeiten der Baumblüte erfreuten sich neben den Einheimischen viele auswärtige Touristen an der Schönheit der Altstadt und Umgebung. Charakteristisch für das 19. Jahrhundert wurde dann die Herausbildung der erwähnten Hut- und Tuchindustrie, die, bis in die jüngste Zeit dominierend, heute nicht mehr vorhanden ist. Von den historischen Fabrikanlagen, die überwiegend am westlichen Ufer der Neiße, dem heutigen Guben, entstanden waren, haben sich nur einige bis heute Hutfabrik C.G. Wilke in der Gasstraße, die der Gubener Hutherstellung zu Weltruhm verholfen hatte. Heute beherbergt dieses Areal das Gubener Rathaus, die Stadtbibliothek, die Städtische Musikschule und ein Stadt- und Industriemuseum, in dem der Besucher Wissenswertes über die ausgestellten technischen Exponate, die Unternehmensgeschichte und die Lebensweise der Industriearbeiter erfährt. Von Bedeutung sind ferner die Anlagen des einstigen Konzerns Berlin-Gubener Hutfabrik (BGH), die, nach 1945 demontiert, später die Stadt- und Landkreisverwaltung beherbergten. In den letzten Jahren gibt es von Seiten der beiden Städte Guben und Gubin verstärkt Bemühungen, neben dem Transitverkehr auch neue touristische Möglichkeiten zu erschließen. So sollen die ehemalige Schützeninsel in der Neiße (Stadttheater von 1874 bis 1945) als Kultur- und Erholungspark eingerichtet und die historischen Bauten (Rathaus, Kirche, Stadtbefestigung) (alles in Gubin/Polen) als Sehenswürdigkeiten gepflegt werden. In der Umgebung von Guben befinden sich große Waldgebiete und eine Anzahl schön gelegener Badeseen. Eine reizvolle und vielgestaltige Natur weist das Landschaftsschutzgebiet „Gubener Fließtäler“ auf (Schwarzes Fließ und Mühlenfließ, linke Nebenflüsse der Lausitzer Neiße). Seit 1985 gibt es das Stadt- und Kreismuseum „Sprucker Mühle“, das über die Geschichte und Umgebung Gubens eine übersichtliche Ausstellung aufweisen kann.

Gerhard Gunia

 

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